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Hufeisen


Ein Hufeisen ist ein U-förmiger Gegenstand aus Metall oder synthetischen Materialien, das die Hufe von Pferden und anderen Zugtieren schützen soll. Professionelle Hufschmiede legen Pferden Hufeisen an. Befestigt werden sie in der Regel mit Nägeln an der unsensiblen Hufwand, wie anatomisch dem menschlichen Zehennagel ähnlich ist.
Hufeisen gibt es in einer Vielzahl von Materialien und Stilen. Die Materialien, die am häufigsten verwendet werden, sind Stahl und Aluminium. Spezialisierte Hufeisen können auch Gummi, Kunststoff, Titan oder Kupfer enthalten. Bei belastungsintensiven Sportarten wie Polo, Vielseitigkeits- oder Springreiten werden tendenziell Hufeisen aus Stahl vorgezogen. Aluminum-Hufeisen sind leichter, weswegen sie häufig bei Pferderennen und beim Dressurreiten verwendet werden.
Hufeisen sollen Glück bringen. Viele glauben, dass es als Vorratsbehälter für jede Art von Glück dient, wenn es mit den Enden nach oben aufgehängt wird, während es Pech bringt, wenn es andersrum aufgehängt wird, da dann das Ganze Glück herausfällt.

Geschichte
Seit der frühen Geschichte der Domestikation des Pferdes wurde festgestellt, dass die Feldarbeit häufig dazu führte, dass die Hufe der Pferde brachen oder zumindest übermäßig abgenutzt wurden. Eine frühe Form des Hufschutzes wurde im alten Asien entdeckt, wo Hufe mit Leder oder anderen Materialien umwickelt wurden. Die genagelten Hufeisen waren eine relativ späte Erfindung.
Eisen ist ein wertvoller Rohstoff und alle abgenutzten Eisenteile wurden in der Regel eingeschmolzen und wiederverwendet, weswegen es schwierig ist, eindeutige archäologische Zeugnisse der frühen Hufeisen zu finden.
Es gibt wenige Beweise für genagelte Hufeisen vor 500 v. Chr., aber es gibt Spekulationen, dass die keltischen Gallier sie zum ersten Mal verwendeten. Eiserne Hufeisen in Europa sind zum ersten Mal in den archäologischen Aufzeichnung im 5. Jahrhundert n. Chr. zu finden.
In der Zeit der Kreuzzüge (1096-1270) waren Hufeisen dann weit verbreitet und werden auch häufig in schriftlichen Quellen erwähnt.
Ab dem 13. Jahrhundert wurden Hufeisen dann in großen Mengen gefertigt. Aufgrund der großen Nachfrage nach Hufeisen wurde das Handwerk der Schmiedekunst im Mittelalter sehr wichtig.
Im Jahre 1835 wurde das erste US-Patent für eine Hufeisen-Fertigungsmaschine ausgestellt, das in der Lage war, bis zu 60 Hufeisen pro Stunde zu produzieren.

Gründe für die Verwendung von Hufeisen
Viele Veränderungen, die mit der Domestikation des Pferdes einhergehen, haben zu einem Bedarf an Hufeisen geführt. Bei domestizierten Pferden sind die Hufe weniger hart und deswegen anfälliger für Verletzungen. In freier Wildbahn legt ein Pferd auf Futtersuche bis zu 70 km am Tag zurück. Jedoch tun sie das in der Regel bei relativ langsamer Geschwindigkeit, wenn sie nicht gerade von einem Raubtier gejagt werden. Außerdem leben wilde Pferde eher im ariden Steppenklima. Die ständige Reizung der Fußsohle hält sie dick und hart. Doch in der Domestikation werden Pferde aus ihrer natürlichen Umgebung entfernt und oft in kältere und feuchtere Gebiete umgesiedelt. Der weichere und schwerere Boden weicht die Hufe der Pferde auf, wodurch sie dazu neigen, sich zu spalten. Folglich war ein Hufschutz notwendig. Das genagelte Hufeisen in seiner modernen Form ist in Nordeuropa entstanden.

Anlegen von Hufeisen
Hufbeschlag, wenn richtig durchgeführt, verursacht keine Schmerzen für das Tier. Vor dem Anlegen des neuen Hufeisens entfernt der Hufschmied das alte Hufeisen mit Zangen und trimmt die Hufwand auf die gewünschte Länge. Die Hufeisen werden dann mit Hammer und Amboss in Form gebracht